![]() |
![]() |
|
dmkg archiv - pressemitteilungenTicken im Schädel Die "innere Uhr" spielt bei Cluster-Kopfschmerz eine entscheidende Rolle Mit modernen bildgebenden Verfahren können Wissenschaftler dem Gehirn "bei der Arbeit" zusehen. So spürten sie vor einiger Zeit bereits den "Migräne-Generator" im Stammhirn auf. Nun haben sie entdeckt, daß die "innere Uhr" im Hypothalamus bei den besonders qualvollen Cluster-Kopfschmerzen eine entscheidende Rolle spielt. Dies erkläre, sagen Experten auf dem Deutschen Schmerzkongreß, die uhrwerkartig auftretenden Attacken. Die Verfahren heißen kurz SPECT, PET oder fMRT. Mit ihrer Hilfe können Wissenschaftler schon seit einigen Jahren das Gehirn in Aktion untersuchen. Alle Methoden machen den örtlichen Blutfluß - und damit die Aktivität von Nervenzellverbänden - im Gehirn sichtbar. Je aktiver die Neuronen sind, desto stärker ist der Blutfluß in dieser Region. Schon vor einiger Zeit entdeckte eine Forschergruppe um Professor Hans-Christoph Diener und Dr. Arne May von der Neurologischen Universitätsklinik in Essen mit der Positronen-Emissions-Tomographie (PET), daß bei Migränepatienten bestimmte schmerzmodulierende Strukturen in Stamm- und Mittelhirn während einer Attacke besonders aktiv sind. "Diese vermehrte neuronale Aktivität war auch nachzuweisen", erklärt Diener, "wenn der Kopfschmerz erfolgreich behandelt worden war, die Patienten aber das Gefühl hatten, daß ihre Migräne-Attacke noch anhält." Die spezifische Aktivität des "Migräne-Generators" war bei experimentell ausgelösten Kopfschmerzen hingegen nicht nachweisbar. "Zusammen mit anderen Untersuchungen", resümiert Diener, "belegen diese Erkenntnisse, daß es sich bei der Migräne um eine biologisch begründete Funktionsstörung des Gehirns handelt." Nun hat Arne May bei einem Forschungsaufenthalt an der Universität in London mit der gleichen Methode das Gehirn von neun Patienten mit Cluster-Kopfschmerz untersucht. Diese Kopfschmerzform ist zwar sehr selten - etwa 0,7 bis ein Promille der Bevölkerung sind betroffen - dafür aber besonders qualvoll. "Dieser Kopfschmerz gehört zu den schlimmsten Schmerzen, unter denen Menschen leiden können", beschreibt May die Qualen der Patienten. Diese schlagen sich bei einer Attacke in ihrer Verzweiflung mitunter sogar den Kopf an der Wand blutig. Die "innere Uhr" triggert Cluster-Kopfschmerzen Daß diese Vermutung stimmt, konnte May nun nachweisen: Seine PET-Untersuchung belegt, daß bestimmte Strukturen im Hypothalamus, der "obersten Hormondrüse des Gehirns", dem Zentrum für Hunger, Durst, Sexualität und Temperatur, bei Cluster-Patienten während einer Attacke besonders aktiv sind. Bei diesen Strukturen, erklärt der Experte, handele es sich um Regionen, die den Schlaf-Wach-Rhythmus und andere zirkadiane Rhythmen steuern. Dieser körpereigene Zeitgeber, die "innere Uhr", meint der Experte, "ist vermutlich bei den Betroffenen generell verändert und könnte das Triggerorgan für die uhrwerkartig auftretenden Kopfschmerzattacken sein." Fehldiagnosen sind häufig |
© 2008 DMKG e.V. alle Rechte vorbehalten Impressum |