Dreiländertagung 2016

Clusterkopfschmerz – wie wird er behandelt?

Der Clusterkopfschmerz ist eine primäre Kopfschmerzerkrankung, die durch medizinische Behandlung bisher nicht heilbar ist. Die Intensität der Schmerzattacken und die Attackenhäufigkeit können aber durch eine gezielte medikamentöse Behandlung meist gut gelindert werden. Wie bei den meisten Kopfschmerzerkrankungen unterscheidet man auch hier zwischen der akut Therapie und der vorbeugenden Behandlung.

Zur Behandlung einer Cluster-Kopfschmerzattacke eignen sich normale, frei verkäufliche Schmerzmittel nicht. Viele Patienten sprechen in der Attacke auf die Inhalation von reinem Sauerstoff an. Diese Behandlung ist nebenwirkungsfrei und kann auch für zuhause verordnet werden. Neben dem Sauerstoff können auch schnell wirksame Darreichungsformen aus der Wirkstoffklasse der sogenannten Triptane oder Lidocain (ein örtliches Betäubungsmittel) als Nasenspray zu Attackentherapie eingesetzt werden.

In der Regel kommt der prophylaktischen Behandlung die entscheidende Bedeutung zu, denn nur so kann das Auftreten der extrem heftigen Attacken weitgehend vermieden werden. Hier kommen Medikamente aus verschiedenen Substanzklassen zum Einsatz. Deren Wirkmechanismus ist bislang noch nicht verstanden. Da die Erkrankung sehr selten ist, sollte die prophylaktische Behandlung von einen entsprechend erfahrenen Neurologen durchgeführt werden. Die Auswahl der Substanz, die zur Behandlung eingesetzt werden kann, hängt von der klinischen Verlaufsform des Clusterkopfschmerzes und von eventuell vorliegenden Begleiterkrankungen des Patienten ab. Häufig eingesetzte Substanzen zur Clusterkopfschmerz Prophylaxe sind in Verapamil, Topiramat, Methysergid und Lithium. Ihr Wirkeintritt kann innerhalb von 1-2 Wochen erwartet werden. Als überbrückende Therapie bis zum Wirkungseintritt der vorgenannten Substanzen wird häufig kurzfristig höher dosiertes Kortison eingesetzt. Die Substanzen können auch miteinander kombiniert werden. Die Dauer der prophylaktischen Behandlung richtet sich nach der Dauer der Kopfschmerzepisode. Als Alternative zur Einnahme von Tabletten, können wiederholte lokale Blockaden des großen und kleinen Hinterhauptnervens (Nervus occipitalis major und minor) mit Lokalanästhetika und einem Kortisonpräparat auf der betroffenen Seite durchgeführt werden.

Erst nach Versagen der medikamentösen Maßnahmen kommen bei ausgewählten Patienten mit schwerem, chronischem Verlauf auch operative Verfahren zum Einsatz. Bislang gibt es keine etablierte operative Standardmethode, mit der Clusterkopfschmerzen langfristig sicher, abgeschaltet werden können. Als neues vielversprechendes operatives Verfahren wird derzeit die elektrische Stimulation des großen Hinterhauptsnerven in klinischen Studien auf ihre Wirksamkeit überprüft. Die Indikation zu einem operativen Behandlungsversuch muss stets von Arzt und Patient wohl überdacht und von einem Clusterkopfschmerz Spezialisten überprüft werden.