Münchener Untersuchung zu Kopfschmerzen bei Gymnasiasten - InterventionsStudie

Frequently Asked Questions - Medikamenteninduzierte Kopfschmerzen

"Das abrupte Absetzen aller Schmerzmittel ist der beste Weg, medikamenteninduzierte Kopfschmerzen zu behandeln. Wenn man dies zu Hause allein nicht schafft, bleibt nur ein stationärer Entzug. Zwar muß man auch in der Klinik den Entzugskopfschmerz immer noch allein und ohne Schmerzmittel überstehen, jedoch lassen sich unter der kontinuierlichen ärztlichen Überwachung andere Entzugssymptome besser und schneller behandeln. Insbesondere Infusionsbehandlungen sind zu Hause nicht möglich."
(PD Dr. H. Göbel, Dr. K. Kuhn, Schmerzklinik Kiel)

"Keines der Medikamente, die wirksam in der Vorbeugung der Migräne sind, hat ein Abhängigkeitspotential. Ziel einer medikamentösen Migräneprophylaxe ist auch nicht die lebenslange Medikamenteneinnahme. Nach 6 bis 9 Monaten sollte eine erfolgreiche Migräneprophylaxe langsam ausgeschlichen werden, da der vorbeugende Effekt erfahrungsgemäß die Medikamenteneinnahme überdauert. Entzugssymptome oder andere Zeichen einer "Abhängigkeit" treten nicht auf."
(Dr. med. A. Heinze)

"Ein Entzug von Schmerz- und Migränemitteln kann grundsätzlich entweder ambulant oder stationär durchgeführt werden. Ein ambulanter Entzug ist vor allem dann möglich, wenn nur Schmerz- und Migränemittel und keine Beruhigungsmittel (Psychopharmaka) eingenommen wurden. Bei einem ambulanten Entzug ist außerdem die Motivation des Betroffenen sowie eine mögliche Unterstützung durch die Familie oder Freunde besonders wichtig. Ein stationärer Entzug, der entweder in einer neurologischen Klinik oder einer spezialisierten Schmerzklinik durchgeführt werden sollte, ist dann angezeigt, wenn der Schmerzmittelkopfschmerz bereits viele Jahre besteht, wenn die Betroffenen bereits mehrfach versuchten haben, aus eigener Kraft zu entziehen oder Angst vor dem ambulanten Entzug haben. Ein stationärer Entzug ist auch dann vorzuziehen, wenn ein hoher Leistungsanspruch besteht, die familiären und sozialen Verhältnisse eher ungünstig sind oder eine ausgeprägte depressive Stimmungslage vorliegt.
(Prof. Dr. G. Haag, Elzach)