FAQ

Gibt es eine posttraumatische Migräne?

"In etwa 2% der Patienten kommt es erst nach einem Schädel-Hirn-Trauma zur Ausbildung einer Migräne, wobei diese Patienten im Durchschnitt etwas älter sind als der "klassische Patient" (38 Jahre) (Headache 1992, 32:157-158). Diese posttraumatische Migräne reagiert aber in vergleichbarer Weise auf eine prophylaktische Therapie, z.B. ß-Blocker, wie eine Migräne ohne Trauma als Auslöser. Auch die Attackenkupierung unterscheidet sich nicht. Die ursächliche Pathphysiologie ist nicht bekannt. Diskutiert wird eine extrazellulär erhöhtes Kalium und intarzellulär erhöhtes Natrium nach einem Trauma, welches dann eine Attacke auslöst und so den Weg für weitere Attacken bahnt. Weitere vermutete Mechanismen sind die vermehrte Ausschüttung von erregenden Überträgerstoffen des Gehirns, erhöhte Produktion von Stickstoff-Oxid und Störung von Neuropeptiden (Headache 1997, 37:142-152). Der positive Effekt von Sumatriptan auf posttraumatische Kopfschmerzen mit pochendem Charakter spricht für eine Beteiligung des trigemino-vaskulären Systems (Headache 1993, 33:96-97). Im allgemeinen wird aber eine multifaktorielle Genese mit durch das Trauma verändertem Hirnstoffwechsel und vorbestehender Anlage mit Kopfschmerzen zu reagieren angenommen."

Dr. med. A. Straube

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