FAQ

Welche vorbeugenden Maßnahmen kommen zur Behandlung der Migräne während der Schwangerschaft in Frage?

"Bei den vorbeugenden Maßnahmen muß zwischen medikamentösen und nicht-medikamentösen Verfahren unterschieden werden. Auch für die medikamentöse Prophylaxe ist während der Schwangerschaft eine große Zurückhaltung angebracht, grundsätzlich kann sie nicht empfohlen werden. Manchmal jedoch wird man sich unter der Abwägung des Leidensdrucks mit der möglichen Gefahr für Embryo oder Fötus für eine medikamentöse Prophylaxe entscheiden. Dann sollte Metoprolol eingesetzt werden, über das bislang keine negativen Auswirkungen während einer Schwangerschaft bekannt sind und das auch in der Stillzeit gegeben werden kann. Noch nicht abschließend geklärt ist, ob Magnesium prophylaktisch gegen Migräne wirkt. Hierzu gibt es einige ermutigende Berichte, so daß ein Therapieversuch mit hochdosiertem Magnesium (wenigstens 20 mmol pro Tag) während der Schwangerschaft sinnvoll ist.

Im Vordergrund sollten jedoch nicht-medikamentöse Behandlungsverfahren stehen. Dazu gehören progressive Muskelrelaxation nach Jacobson oder autogenes Training, Lymphdrainage im Kopf- und Halsbereich sowie Biofeedback und verhaltenstherapeutische Verfahren.

Insgesamt haben epidemiologische Studien, unabhängig von der Art der Behandlung, keine erhöhten Raten von fetalen Mißbildungen bei Schwangerschaften von Müttern mit Migräne gezeigt."

Dr. med. S. Evers

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