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fragen an dmkg - experten - häufig gestellte fragenDie Fragen sind in folgene Kategorien unterteilt:
1. Akute Hilfe bei Kopfschmerzen
6. Posttraumatische Kopfschmerzen
7. Medikamenteninduzierte Kopfschmerzen
Ich habe seit heute mittag Kopfschmerzen, so stark wie noch nie zuvor in meinem Leben. Der Schmerz trat plötzlich innerhalb von Sekunden auf und betrifft den ganzen Kopf. Was soll ich tun? Antwort:"Sie sollten sofort einen Arzt (Neurologen) oder die
Notaufnahme des nächsten Krankenhauses aufsuchen. Hier sollte nach
der körperlichen
Untersuchung eine Computertomographie (cCT) durchgeführt werden.
Eine cCT Untersuchung ist unbedingt erforderlich, denn bei dem von Ihnen
beschriebenen akuten Kopfschmerz kann es sich um die sog. Subarachnoidalblutung
(SAB) handeln. Dies ist eine Blutung zwischen der Spinngewebshaut, einem
Teil der weichen Hirnhaut und der Gehirnoberfläche. Mit Hilfe der
Computertomographie kann Ihr Arzt das frische Blut erkennen und die weiteren
Sofortmaßnahmen einleiten. In einigen Fällen ist in der Computertomographie
kein Blut zu erkennen, welches jedoch eine SAB nicht ausschließt.
In diesem Fall muß noch eine Lumbalpunktion durchgeführt werden.
Mit diesem Untersuchungsverfahren kann die Flüssigkeit (Liquor),
die sowohl das Gehirn als auch das Rückenmark umspült und sich
bei der SAB blutig darstellt, untersucht werden. Nur so ist bei unauffälligem
cCT eine SAB sicher zu bestätigen bzw. auszuschließen. "Mein Arzt sagt, daß meine häufigen Kopfschmerzen durch meine Schmerzmittel verursacht sind. Er hat gesagt, ich soll gar keine Medikamente mehr einnehmen. Ich habe es mehrfach versucht, aber ohne Medikamente halte ich die Kopfschmerzen einfach nicht aus. Gibt es einen leichteren Weg?" Antwort: "Das
abrupte Absetzen aller Schmerzmittel ist der beste Weg, medikamenteninduzierte
Kopfschmerzen zu behandeln. Wenn man dies zu Hause allein nicht schafft,
bleibt nur ein stationärer Entzug.
Zwar muß man auch in der Klinik den Entzugskopfschmerz immer noch
allein und ohne Schmerzmittel überstehen, jedoch lassen sich unter
der kontinuierlichen ärztlichen Überwachung andere Entzugssymptome
besser und schneller behandeln. Insbesondere Infusionsbehandlungen sind
zu Hause nicht möglich."
"Mein Arzt hat bei mir den Verdacht auf einen Schmerzmittelkopfschmerz und hat mir zu einem stationären Medikamentenentzug geraten. Da ich in einer verantwortungsvollen Position berufstätig bin, wäre eine stationäre Behandlung für mich äußerst problematisch. Könnte ein solcher Entzug evtl. auch ambulant durchgeführt werden?" Antwort:"Ein
Entzug von Schmerz- und Migränemitteln kann
grundsätzlich entweder ambulant oder stationär durchgeführt
werden. Ein ambulanter Entzug ist vor allem dann möglich, wenn nur
Schmerz- und Migränemittel und keine Beruhigungsmittel (Psychopharmaka)
eingenommen wurden. Bei einem ambulanten Entzug ist außerdem die
Motivation des Betroffenen sowie eine mögliche Unterstützung
durch die Familie oder Freunde besonders wichtig. Ein stationärer
Entzug, der entweder in einer neurologischen Klinik oder einer spezialisierten
Schmerzklinik durchgeführt werden sollte, ist dann angezeigt, wenn
der Schmerzmittelkopfschmerz bereits viele Jahre besteht, wenn die Betroffenen
bereits mehrfach versuchten haben, aus eigener Kraft zu entziehen oder
Angst vor dem ambulanten Entzug haben. Ein stationärer Entzug ist
auch dann vorzuziehen, wenn ein hoher Leistungsanspruch besteht, die
familiären und sozialen Verhältnisse eher ungünstig sind
oder eine ausgeprägte depressive Stimmungslage vorliegt. Wie lange hält der posttraumatische Kopfschmerz nach einer Beschleunigungsverletzung der Halswirbelsäule in der Regel an? Antwort:"Bei den leichtgradigen "HWS-Schleudertraumen" bildet sich der posttraumatische Kopfschmerz in der Regel innerhalb von 3 Wochen (bis maximal 2 Monaten) zurück. Bei etwa 10% der Patienten kann der Kopfschmerz länger bestehen bleiben. Chronifizierungen sind selten. Die Ursachen hierfür sind nicht eindeutig bekannt und werden widersprüchlich diskutiert. Es kann sich ein medikamenteninduzierter Dauerkopfschmerz entwickeln, wenn bei akutem posttraumatischen Kopfschmerz Analgetika länger als 4 Wochen verabreicht werden." Wie wird der akute posttraumatische Kopfschmerz nach einer HWS-Beschleunigungsverletzung oder einem Schädel-Hirn-Trauma behandelt? Antwort:"Die Behandlung des posttraumatischen Kopfschmerzes vom Spannungstyp erfolgt in der Akutphase mit der Gabe von Analgetika, z. B. Acetylsalicylsäure, Paracetamol, Ibuprofen oder ersatzweise Naproxen. Die Gabe von Mischpräparaten sollte vermieden werden, da der initiale akute posttraumatische Kopfschmerz in einen medikamenteninduzierten Dauerkopfschmerz übergehen kann. Wird der posttraumatische Kopfschmerz von einem Zervikalsyndrom bei Schädel-Hirn-Trauma mit HWS-Distorsion oder bei einer isolierten Beschleunigungsverletzung der Halswirbelsäule begleitet, empfiehlt sich eine ergänzende physikalische und krankengymnastische Behandlung mit möglicher initialer Immobilisation des Kopfhalteapparates mit einer Halskrause (so kurz wie möglich, so lang wie nötig; nicht länger als 14 Tage). Physikalische Maßnahmen mit Wärme- oder Kälteapplikation und Lockerung der Schulter-Nacken-Muskulatur nach Besserung des akuten Nackenschmerzes ergänzen die Behandlung. Auf die Gabe von muskelentspannenden Medikamenten (Myotonolytika) kann meistens verzichtet werden." Gibt es nicht-medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten des posttraumatischen Kopfschmerzes vom Spannungstyp? Antwort:"Die nicht-medikamentösen Therapieformen des posttraumatischen Kopfschmerzes vom Spannungstyp bestehen aus einer physikalischen Therapie (z. B. Wärme-/Kälteanwendungen) sowie einer krankengymnastischen Behandlung mit Lockerung der Schulter-Nacken-Muskulatur, falls sich klinisch eine Verspannung oder Druckschmerzhaftigkeit derselben nachweisen läßt. Es schließt sich insbesondere bei dem Kopfschmerz nach einer HWS-Beschleunigungsverletzung ein isometrisches Krafttraining der Nackenmuskulatur an, ebenso ein Haltungsaufbau und eine Verbesserung der Beweglichkeit der Halswirbelsäule. Der Patient selber kann zur Lockerung der Muskulatur durch Erlernen einer muskelzentrierten Entspannungstechnik (u. a. nach Jacobson) beitragen. Gleiches gilt für das Erlernen eines EMG-Biofeedback-Trainings, mit dessen Hilfe das Ausmaß der Verspannung der Nackenmuskulatur akustisch mitgeteilt wird. Insbesondere bei chronischem posttraumatischem Kopfschmerz flankieren schmerzpsychologische Verfahren (u. a. Streßbewältigungstraining, Verhaltenstherapie etc.) die nicht-medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten. Roborierende Maßnahmen mit vegetativer Stabilisierung zur Besserung der Befindlichkeit können seitens des Patienten durchgeführt werden (z. B. Wechselduschen, Bürstenmassagen, Meidung von Genußmitteln, geregelter Tagesablauf, ausreichender Nachtschlaf, mäßige aber regelmäßige sportliche Betätigung). Generell empfiehlt sich bei posttraumatischen Kopfschmerzen eine rasche Klärung forensischer Angelegenheiten, soweit vorliegend." Wie häufig treten Kopfschmerzen nach einem Schädel-Hirn-Trauma oder einer Beschleunigungsverletzung der Halswirbelsäule auf? Antwort:"Ein posttraumatischer Kopfschmerz zeigt sich bei bis zu 90% der Verunfallten nach einem sog. HWS-Schleudertrauma oder einem Schädel-Hirn-Trauma (z. B. Gehirnerschütterung). Von den posttraumatischen Kopfschmerzen ist der Kopfschmerz vom Spannugstyp der häufigste. Dieser Kopfschmerz tritt bei ca. 85% der Patienten mit akutem posttraumatischem Kopfschmerz auf. Andere posttraumatische Kopfschmerztypen sind möglich, jedoch sehr selten. Ein akuter posttraumatischer zervikogener Kopfschmerz findet sich bei 8% der Patienten mit einer HWS-Beschleunigungsverletzung. Posttraumatische Kopfschmerzen vom Migränetyp sind noch seltener und treten nur in 3% der Verunfallten auf. In der Regel ist das Trauma nur Auslöser von Migräneattacken aber nicht Verursachung eines Migräneleidens. Noch seltener sind posttraumatische Kopfschmerzen vom Cluster-Typ." Gibt es Medikamente, die bei einem länger anhaltenden posttraumatischen Kopfschmerz helfen? Antwort: "Bei länger anhaltendem posttraumatischen
Kopfschmerz vom Spannungstyp nach einem Schädel-Hirn-Trauma oder
einer HWS-Beschleunigungsverletzung sollte zunächst ausgeschlossen
werden, ob nicht ein medikamenteninduzierter Dauerkopfschmerz vorliegt,
der sich bei regelmäßiger Einnahme
von Schmerzmitteln entwickelt hat. Ansonsten empfiehlt sich ein Behandlungsversuch
mit trizyklischen Antidepressiva über zumindest 2 Monate. Nicht-medikamentöse
Therapieverfahren sollten die Behandlung ergänzen (physikalische
Therapie, krankengymnastische Behandlung mit Lockerung der Schulter-Nacken-Muskulatur,
muskelzentrierte Relaxationstechnik, roborierende Maßnahmen, eventuell
schmerzpsychologische Therapieansätze)." Mein Arzt hat mich vor der zu häufigen Einnahme von Migränemedikamenten gewarnt, da sonst ein sogenannter Medikamenten-induzierter Kopfschmerz entstehen könne. Statt dessen möchte er, daß ich täglich Medikamente zur Vorbeugung einnehme. Kann ich von diesen Medikamenten denn nicht auch abhängig werden? Antwort: "Keines der Medikamente, die wirksam in der Vorbeugung
der Migräne sind, hat ein Abhängigkeitspotential. Ziel einer
medikamentösen Migräneprophylaxe ist auch nicht die lebenslange
Medikamenteneinnahme. Nach 6 bis 9 Monaten sollte eine erfolgreiche Migräneprophylaxe
langsam ausgeschlichen werden, da der vorbeugende Effekt erfahrungsgemäß die
Medikamenteneinnahme überdauert. Entzugssymptome oder andere Zeichen
einer "Abhängigkeit" treten nicht auf." |
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