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fragen an dmkg - experten - häufig gestellte fragen

Die Fragen sind in folgene Kategorien unterteilt:

  1. Akute Hilfe bei Kopfschmerzen
  2. Allgemeine Fragen
  3. Migräne
  4. Cluster-Kopfschmerzen
  5. Kopfschmerzen bei Kindern
  6. Posttraumatische Kopfschmerzen
  7. Medikamenteninduzierte Kopfschmerzen

1. Akute Hilfe bei Kopfschmerzen

  • Frage: Ich habe seit heute mittag Kopfschmerzen, so stark wie noch nie zuvor in meinem Leben. Der Schmerz trat plötzlich innerhalb von Sekunden auf und betrifft den ganzen Kopf. Was soll ich tun? » Antwort
  • Frage: Ich habe seit einigen Tagen einen dumpfen Kopfschmerz. Einen solchen Kopfschmerz kenne ich, jedoch hat er bisher nie länger als einen Tag gedauert. Zusätzlich zu den Kopfschmerzen kam es heute morgen schon zweimal zu Zuckungen der linken Hand für einige Minuten. Muß ich etwa unternehmen? » Antwort


2. Allgemeine Fragen

  • Frage: Ist das Tragen einer Halskrawatte nach einem Halswirbelsäulen-Schleudertrauma sinnvoll? » Antwort
  • Frage: Ist eine körperliche Untersuchung bei primären Kopfschmerzerkrankungen notwendig?
    Sollte bei jedem Patienten mit Migräne, Spannungskopfschmerz oder anderen selteneren primären Kopfschmerzerkrankungen eine Computertomographie oder Kernspintomographie gemacht werden? » Antwort
  • Frage: Was ist das Ziel einer psychologischen Schmerztherapie? » Antwort
  • Frage: Was bedeutet eigentlich Verhaltenstherapie bei Kopfschmerzen? » Antwort
  • Frage: Was ist funktionelle Bildgebung? » Antwort
  • Frage: Gibt es in der funktionellen Bildgebung einen Unterschied zwischen Migräne und Cluster-Kopfschmerz? » Antwort
  • Frage: Kann die funktionelle Bildgebung zur Diagnose herangezogen werden? » Antwort

 

3. Migräne

  • Frage: Welche nichtmedikamentösen Therapieverfahren haben sich bei der Migränebehandlung bewährt? » Antwort
  • Frage: Ich habe seit vielen Jahren 3 mal im Monat Migräne. Der Kopfschmerz ist klopfend und fast immer rechts. Zusätzlich habe ich sehr häufig starkes Erbrechen und muß zu Bett gehen. Ich habe seit heute Nacht wieder Migräne. Diesmal ist aber der Kopfschmerz sehr viel stärker als sonst und außerdem auf der linken Kopfhälfte. Muß jetzt eine Kernspintomographie durchgeführt werden? » Antwort
  • Frage: Ich bin 51 Jahre alt und leide seit dem 12. Lebensjahr unter Migräne. Als Lehrerin kann ich es mir nicht erlauben, ständig auszufallen. Aber die Migräne wird immer häufiger. Zur Zeit brauche ich eigentlich jeden Tag 2 Cafergot-Zäpfchen, um über den Vormittag zu kommen. Abends bin ich zwar völlig erschöpft, kann aber trotzdem ohne eine Tablette Valium nicht schlafen. Gibt es nicht noch bessere Medikamente gegen meine Migräne? » Antwort
  • Frage: Ich bin 32 Jahre alt und habe kleine Kinder im Alter von 1, 3 und 5 Jahren. Durch die Schwangerschaft ist meine Migräne nicht seltener geworden, sondern hat sogar an Häufigkeit zugenommen. Ich nehme jeden Tag Migränemittel ein. Nun hat der Neurologe, zu dem mich mein Hausarzt überwiesen hat, festgestellt, daß ich einen medikamenteninduzierten Dauerkopfschmerz habe. Nun soll ich eine Schmerzmittelentzug machen. Wie soll ich das machen, wenn ständig drei kleine Kinder etwas von mir wollen. Ich kann mich nicht einfach drei Tage ins Bett legen. Können Sie mir weiterhelfen? » Antwort
  • Frage: Wann sollten Migräne-Betroffene eine Verhaltenstherapie in Betracht ziehen? » Antwort
  • Frage: Gibt es eine Migräne-Persönlichkeit, die psychotherapeutisch behandelt werden muß? » Antwort
  • Frage: Gibt es antiepileptische Medikamente, die in der Intervall-Behandlung der Migräne vorbeugend eingesetzt werden können? » Antwort
  • Frage: Gibt es weitere Antiepileptika, deren Wirksamkeit belegt ist? » Antwort
  • Frage: Haben Antiepileptika größere Nebenwirkungen als herkömmliche Intervall-Medikamente? » Antwort
  • Frage: Hilft Magnesium (bzw. die Kombination mit Vitamin B2) gegen Migräne und was ist bei der Anwendung zu beachten? » Antwort
  • Frage: Entsteht Migräne durch Magnesiummangel? » Antwort
  • Frage: Was ist bei der Einnahme von Magnesium zu beachten? » Antwort
  • Frage: Worauf muß ich als Migräniker bei meiner Lebensführung achten? » Antwort
  • Frage: Gibt es eine posttraumatische Migräne? » Antwort
  • Frage: Ist es nicht besser, an 2 Tagen in der Woche ein wirksames Migräneakutmedikament einzunehmen, als über Monate jeden Tag ein vorbeugendes Medikament, welches ja doch das Auftreten von Migräneattacken nicht verhindern kann? » Antwort
  • Frage: Wie behandelt man am besten Migräneattacken während der Schwangerschaft? » Antwort
  • Frage: Welche vorbeugenden Maßnahmen kommen zur Behandlung der Migräne während der Schwangerschaft in Frage? » Antwort
  • Frage: Literatur zur Behandlung von Migräne in der Schwangerschaft » Antwort
  • Frage: Was sind die Vor-und Nachteile der neuen Migränemedikamente zur Attackentherapie? » Antwort

 

4. Cluster-Kopfschmerzen

  • Frage: Verhaltensmedizinische und nichmedikamentöse Maßnahmen beim Cluster-Kopfschmerz
    Wie muß der Patient mit primären Kopfschmerzen untersucht werden? » Antwort

 

5. Kopfschmerzen bei Kindern

  • Frage: Was erwarten die Eltern von einer Kopfschmerzambulanz für Kinder und Jugendliche? » Antwort
  • Frage: Woran können Eltern erkennen, ob und wie rasch ihr Kind aufgrund von Kopfschmerzen ärztliche Hilfe benötigt? » Antwort
  • Frage: Welche Schritte sollten Eltern eines Kindes mit Kopfschmerzen veranlassen, was können sie selbst tun? » Antwort

 

6. Posttraumatische Kopfschmerzen

  • Frage: Gibt es einen posttraumatischen Kopfschmerz? » Antwort
  • Frage: Beeinflußt die Schwere des Traumas die Kopfschmerzhäufigkeit? » Antwort
  • Frage: Wodurch ist der Kopfschmerz nach einem Schädel-Hirn-Trauma oder einem sog. HWS-Schleudertrauma charakterisiert? » Antwort
  • Frage: Wie lange hält der posttraumatische Kopfschmerz nach einer Beschleunigungsverletzung der Halswirbelsäule in der Regel an? » Antwort
  • Frage: Ist das Tragen einer Halskrawatte nach einem Halswirbelsäulen-Schleudertrauma sinnvoll? » Antwort
  • Frage: Wie wird der akute posttraumatische Kopfschmerz nach einer HWS-Beschleunigungsverletzung oder einem Schädel-Hirn-Trauma behandelt? » Antwort
  • Frage: Gibt es nicht-medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten des posttraumatischen Kopfschmerzes vom Spannungstyp? » Antwort
  • Frage: Wie häufig treten Kopfschmerzen nach einem Schädel-Hirn-Trauma oder einer Beschleunigungsverletzung der Halswirbelsäule auf? » Antwort
  • Frage: Gibt es Medikamente, die bei einem länger anhaltenden posttraumatischen Kopfschmerz helfen?» Antwort

 

7. Medikamenteninduzierte Kopfschmerzen

  • Frage: Mein Arzt hat bei mir den Verdacht auf einen Schmerzmittelkopfschmerz und hat mir zu einem stationären Medikamentenentzug geraten. Da ich in einer verantwortungsvollen Position berufstätig bin, wäre eine stationäre Behandlung für mich äußerst problematisch. Könnte ein solcher Entzug evtl. auch ambulant durchgeführt werden? » Antwort
  • Frage: Mein Arzt hat mich vor der zu häufigen Einnahme von Migränemedikamenten gewarnt, da sonst ein sogenannter Medikamenten-induzierter Kopfschmerz entstehen könne. Statt dessen möchte er, daß ich täglich Medikamente zur Vorbeugung einnehme. Kann ich von diesen Medikamenten denn nicht auch abhängig werden? » Antwort
  • Mein Arzt sagt, daß meine häufigen Kopfschmerzen durch meine Schmerzmittel verursacht sind. Er hat gesagt, ich soll gar keine Medikamente mehr einnehmen. Ich habe es mehrfach versucht, aber ohne Medikamente halte ich die Kopfschmerzen einfach nicht aus. Gibt es einen leichteren Weg? » Antwort


ANTWORTEN

 

Ich habe seit heute mittag Kopfschmerzen, so stark wie noch nie zuvor in meinem Leben. Der Schmerz trat plötzlich innerhalb von Sekunden auf und betrifft den ganzen Kopf. Was soll ich tun?

Antwort:

"Sie sollten sofort einen Arzt (Neurologen) oder die Notaufnahme des nächsten Krankenhauses aufsuchen. Hier sollte nach der körperlichen Untersuchung eine Computertomographie (cCT) durchgeführt werden. Eine cCT Untersuchung ist unbedingt erforderlich, denn bei dem von Ihnen beschriebenen akuten Kopfschmerz kann es sich um die sog. Subarachnoidalblutung (SAB) handeln. Dies ist eine Blutung zwischen der Spinngewebshaut, einem Teil der weichen Hirnhaut und der Gehirnoberfläche. Mit Hilfe der Computertomographie kann Ihr Arzt das frische Blut erkennen und die weiteren Sofortmaßnahmen einleiten. In einigen Fällen ist in der Computertomographie kein Blut zu erkennen, welches jedoch eine SAB nicht ausschließt. In diesem Fall muß noch eine Lumbalpunktion durchgeführt werden. Mit diesem Untersuchungsverfahren kann die Flüssigkeit (Liquor), die sowohl das Gehirn als auch das Rückenmark umspült und sich bei der SAB blutig darstellt, untersucht werden. Nur so ist bei unauffälligem cCT eine SAB sicher zu bestätigen bzw. auszuschließen.
Die Subarachnoidalblutung ist eine lebensbedrohliche Erkrankung die zumeist mit einem abrupt einsetzenden, stärksten Kopfschmerz beginnt. Die Ursache ist sehr häufig eine kleine Gefäßaussackung der hirnversorgenden Blutleiter, die fast immer rasch operativ behoben werden muß."
(Dr. med. U. Reuter, & Dr. med.G. Arnold, Berlin)

"Mein Arzt sagt, daß meine häufigen Kopfschmerzen durch meine Schmerzmittel verursacht sind. Er hat gesagt, ich soll gar keine Medikamente mehr einnehmen. Ich habe es mehrfach versucht, aber ohne Medikamente halte ich die Kopfschmerzen einfach nicht aus. Gibt es einen leichteren Weg?"

Antwort:

"Das abrupte Absetzen aller Schmerzmittel ist der beste Weg, medikamenteninduzierte Kopfschmerzen zu behandeln. Wenn man dies zu Hause allein nicht schafft, bleibt nur ein stationärer Entzug. Zwar muß man auch in der Klinik den Entzugskopfschmerz immer noch allein und ohne Schmerzmittel überstehen, jedoch lassen sich unter der kontinuierlichen ärztlichen Überwachung andere Entzugssymptome besser und schneller behandeln. Insbesondere Infusionsbehandlungen sind zu Hause nicht möglich."
(PD Dr. H. Göbel, Dr. K. Kuhn, Schmerzklinik Kiel)

 

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"Mein Arzt hat bei mir den Verdacht auf einen Schmerzmittelkopfschmerz und hat mir zu einem stationären Medikamentenentzug geraten. Da ich in einer verantwortungsvollen Position berufstätig bin, wäre eine stationäre Behandlung für mich äußerst problematisch. Könnte ein solcher Entzug evtl. auch ambulant durchgeführt werden?"

Antwort:

"Ein Entzug von Schmerz- und Migränemitteln kann grundsätzlich entweder ambulant oder stationär durchgeführt werden. Ein ambulanter Entzug ist vor allem dann möglich, wenn nur Schmerz- und Migränemittel und keine Beruhigungsmittel (Psychopharmaka) eingenommen wurden. Bei einem ambulanten Entzug ist außerdem die Motivation des Betroffenen sowie eine mögliche Unterstützung durch die Familie oder Freunde besonders wichtig. Ein stationärer Entzug, der entweder in einer neurologischen Klinik oder einer spezialisierten Schmerzklinik durchgeführt werden sollte, ist dann angezeigt, wenn der Schmerzmittelkopfschmerz bereits viele Jahre besteht, wenn die Betroffenen bereits mehrfach versuchten haben, aus eigener Kraft zu entziehen oder Angst vor dem ambulanten Entzug haben. Ein stationärer Entzug ist auch dann vorzuziehen, wenn ein hoher Leistungsanspruch besteht, die familiären und sozialen Verhältnisse eher ungünstig sind oder eine ausgeprägte depressive Stimmungslage vorliegt.
(Prof. Dr. G. Haag, Elzach)

Wie lange hält der posttraumatische Kopfschmerz nach einer Beschleunigungsverletzung der Halswirbelsäule in der Regel an?

Antwort:

"Bei den leichtgradigen "HWS-Schleudertraumen" bildet sich der posttraumatische Kopfschmerz in der Regel innerhalb von 3 Wochen (bis maximal 2 Monaten) zurück. Bei etwa 10% der Patienten kann der Kopfschmerz länger bestehen bleiben. Chronifizierungen sind selten. Die Ursachen hierfür sind nicht eindeutig bekannt und werden widersprüchlich diskutiert. Es kann sich ein medikamenteninduzierter Dauerkopfschmerz entwickeln, wenn bei akutem posttraumatischen Kopfschmerz Analgetika länger als 4 Wochen verabreicht werden."

Wie wird der akute posttraumatische Kopfschmerz nach einer HWS-Beschleunigungsverletzung oder einem Schädel-Hirn-Trauma behandelt?

Antwort:

"Die Behandlung des posttraumatischen Kopfschmerzes vom Spannungstyp erfolgt in der Akutphase mit der Gabe von Analgetika, z. B. Acetylsalicylsäure, Paracetamol, Ibuprofen oder ersatzweise Naproxen. Die Gabe von Mischpräparaten sollte vermieden werden, da der initiale akute posttraumatische Kopfschmerz in einen medikamenteninduzierten Dauerkopfschmerz übergehen kann. Wird der posttraumatische Kopfschmerz von einem Zervikalsyndrom bei Schädel-Hirn-Trauma mit HWS-Distorsion oder bei einer isolierten Beschleunigungsverletzung der Halswirbelsäule begleitet, empfiehlt sich eine ergänzende physikalische und krankengymnastische Behandlung mit möglicher initialer Immobilisation des Kopfhalteapparates mit einer Halskrause (so kurz wie möglich, so lang wie nötig; nicht länger als 14 Tage). Physikalische Maßnahmen mit Wärme- oder Kälteapplikation und Lockerung der Schulter-Nacken-Muskulatur nach Besserung des akuten Nackenschmerzes ergänzen die Behandlung. Auf die Gabe von muskelentspannenden Medikamenten (Myotonolytika) kann meistens verzichtet werden."

Gibt es nicht-medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten des posttraumatischen Kopfschmerzes vom Spannungstyp?

Antwort:

"Die nicht-medikamentösen Therapieformen des posttraumatischen Kopfschmerzes vom Spannungstyp bestehen aus einer physikalischen Therapie (z. B. Wärme-/Kälteanwendungen) sowie einer krankengymnastischen Behandlung mit Lockerung der Schulter-Nacken-Muskulatur, falls sich klinisch eine Verspannung oder Druckschmerzhaftigkeit derselben nachweisen läßt. Es schließt sich insbesondere bei dem Kopfschmerz nach einer HWS-Beschleunigungsverletzung ein isometrisches Krafttraining der Nackenmuskulatur an, ebenso ein Haltungsaufbau und eine Verbesserung der Beweglichkeit der Halswirbelsäule. Der Patient selber kann zur Lockerung der Muskulatur durch Erlernen einer muskelzentrierten Entspannungstechnik (u. a. nach Jacobson) beitragen. Gleiches gilt für das Erlernen eines EMG-Biofeedback-Trainings, mit dessen Hilfe das Ausmaß der Verspannung der Nackenmuskulatur akustisch mitgeteilt wird. Insbesondere bei chronischem posttraumatischem Kopfschmerz flankieren schmerzpsychologische Verfahren (u. a. Streßbewältigungstraining, Verhaltenstherapie etc.) die nicht-medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten. Roborierende Maßnahmen mit vegetativer Stabilisierung zur Besserung der Befindlichkeit können seitens des Patienten durchgeführt werden (z. B. Wechselduschen, Bürstenmassagen, Meidung von Genußmitteln, geregelter Tagesablauf, ausreichender Nachtschlaf, mäßige aber regelmäßige sportliche Betätigung). Generell empfiehlt sich bei posttraumatischen Kopfschmerzen eine rasche Klärung forensischer Angelegenheiten, soweit vorliegend."

Wie häufig treten Kopfschmerzen nach einem Schädel-Hirn-Trauma oder einer Beschleunigungsverletzung der Halswirbelsäule auf?

Antwort:

"Ein posttraumatischer Kopfschmerz zeigt sich bei bis zu 90% der Verunfallten nach einem sog. HWS-Schleudertrauma oder einem Schädel-Hirn-Trauma (z. B. Gehirnerschütterung). Von den posttraumatischen Kopfschmerzen ist der Kopfschmerz vom Spannugstyp der häufigste. Dieser Kopfschmerz tritt bei ca. 85% der Patienten mit akutem posttraumatischem Kopfschmerz auf. Andere posttraumatische Kopfschmerztypen sind möglich, jedoch sehr selten. Ein akuter posttraumatischer zervikogener Kopfschmerz findet sich bei 8% der Patienten mit einer HWS-Beschleunigungsverletzung. Posttraumatische Kopfschmerzen vom Migränetyp sind noch seltener und treten nur in 3% der Verunfallten auf. In der Regel ist das Trauma nur Auslöser von Migräneattacken aber nicht Verursachung eines Migräneleidens. Noch seltener sind posttraumatische Kopfschmerzen vom Cluster-Typ."

Gibt es Medikamente, die bei einem länger anhaltenden posttraumatischen Kopfschmerz helfen?

Antwort:

"Bei länger anhaltendem posttraumatischen Kopfschmerz vom Spannungstyp nach einem Schädel-Hirn-Trauma oder einer HWS-Beschleunigungsverletzung sollte zunächst ausgeschlossen werden, ob nicht ein medikamenteninduzierter Dauerkopfschmerz vorliegt, der sich bei regelmäßiger Einnahme von Schmerzmitteln entwickelt hat. Ansonsten empfiehlt sich ein Behandlungsversuch mit trizyklischen Antidepressiva über zumindest 2 Monate. Nicht-medikamentöse Therapieverfahren sollten die Behandlung ergänzen (physikalische Therapie, krankengymnastische Behandlung mit Lockerung der Schulter-Nacken-Muskulatur, muskelzentrierte Relaxationstechnik, roborierende Maßnahmen, eventuell schmerzpsychologische Therapieansätze)."
Referenzen:
- Keidel M, Diener HC (1997). Der posttraumatische Kopfschmerz. Nervenarzt 68:769-777
- Keidel M, Neu IS, Langohr HD, Göbel H 1997). Therapie des posttraumatischen Kopfschmerzes nach Schädel-Hirn-Trauma und HWS-Distorsion. Therapie-Empfehlungen der Deutschen Migräne- und Kopfschmerz-Gesellschaft. Nervenheilkunde, im Druck
(P.D. Dr. M. Keidel)

Mein Arzt hat mich vor der zu häufigen Einnahme von Migränemedikamenten gewarnt, da sonst ein sogenannter Medikamenten-induzierter Kopfschmerz entstehen könne. Statt dessen möchte er, daß ich täglich Medikamente zur Vorbeugung einnehme. Kann ich von diesen Medikamenten denn nicht auch abhängig werden?

Antwort:

"Keines der Medikamente, die wirksam in der Vorbeugung der Migräne sind, hat ein Abhängigkeitspotential. Ziel einer medikamentösen Migräneprophylaxe ist auch nicht die lebenslange Medikamenteneinnahme. Nach 6 bis 9 Monaten sollte eine erfolgreiche Migräneprophylaxe langsam ausgeschlichen werden, da der vorbeugende Effekt erfahrungsgemäß die Medikamenteneinnahme überdauert. Entzugssymptome oder andere Zeichen einer "Abhängigkeit" treten nicht auf."
(Dr. med. A. Heinze)

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