FAQ

Verhaltensmedizinische und nichmedikamentöse Maßnahmen beim Cluster-Kopfschmerz Wie muß der Patient mit primären Kopfschmerzen untersucht werden?

"Im Gegensatz zu anderen primären Kopfschmerzen wird der Clusterkopfschmerz nur minimal durch psychische Mechanismen beeinflußt. Entspannungsverfahren, Streßbewältigungstechniken und ähnliche Maßnahmen, die eine wichtige Rolle in der Therapie der Migräne und des Kopfschmerzes vom Spannungstyp spielen, können den Verlauf des Clusterkopfschmerzes nicht bedeutsam verändern. Der Einsatz alternativer nichtmedikamentöser Therapiemaßnahmen, wie Akupunktur, Neuraltherapie, Biofeedback, Massagen, Manualtherapie, transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) und anderes, ist beim Clusterkopfschmerz sinnlos und verzögert die Aufnahme einer effektiven Therapie. Von entscheidender Wichtigkeit ist die Information des Patienten durch den Arzt. Im Hinblick auf die mögliche Provokation von Attacken durch Alkohol, vasodilatorische Substanzen (wie Nitrate oder Histamin) sollte der Patient angehalten werden, solche Stoffe zu vermeiden. Dazu ist auch eine genaue Medikamentenanamnese erforderlich. Bei einigen Patienten kann auch Nikotin Clusterkopfschmerzattacken provozieren. Aus diesem Grunde sollte das Rauchen beendet werden. Bei Provokation der Attacken durch grelles Licht sollte eine Sonnenbrille getragen werden. Bei häufigen und schweren Attacken hilft gelegentlich auch ein Schlafentzug. Ernährungsfaktoren haben keinen großen Einfluß auf den Clusterkopfschmerzverlauf, weshalb diätetische Maßnahmen bei Clusterkopfschmerzen nicht erfolgversprechend sind. Anschließend sollte der Patient über die medikamentösen Therapiemöglichkeiten aufgeklärt werden. Ein Therapieschema sowohl zur Attackenkupierung als auch zur Prophylaxe sollte individuell erarbeitet und dem Patienten in Form eines Behandlungsplans in die Hand gegeben werden. Der Patient sollte Informationen darüber erhalten, wie lange eine prophylaktische Behandlung durchgeführt wird, zu welchem Zeitpunkt er ein bestimmtes Medikament einnehmen muß und welche Nebenwirkungen zu erwarten sind.

Dr. med. V. Pfaffenrath, München

Literatur:
Göbel H., Diener H.C., Grotemeyer K-H., Pfaffenrath V. Therapie des Clusterkopfschmerzes. Deutsches Ärzteblatt 95, Heft 44, 30. Oktober 1998.

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